Spurgebundene Schienenfahrzeuge stellen einen bedeutenden und stetig wachsenden Anteil im nationalen und internationalen Transportwesen dar. Dabei sind ein hohes Maß an Zuverlässigkeit und höchste Standfestigkeiten gefordert. Vor allem im Bereich der Personenbeförderung spielt die Sicherheit eine große Rolle. Besondere Bedeutung kommt dabei den Radsatzlagern in Bahnanwendungen zu.

Die verbreitetsten Bauformen von Radsatzlagern sind Zylinderrollenlager. Es werden aber auch Kegelrollenlager und Pendelrollenlager als Radsatzlager eingesetzt.

KRW Radsatzlager erfüllen dabei ein Höchstmaß an Qualitätsanforderungen. Neben einer einhundertprozentigen Rückverfolgbarkeit aller Komponenten bis hin zur Stahlschmelze unterliegen alle Teile speziellen zerstörungsfreien Prüfungen. Jeder einzelne Wälzlagerring wird nach Fertigstellung einer Ultraschall- und Magnetpulverprüfung unterzogen; Wälzkörper werden mithilfe einer Wirbelstromprüfung kontrolliert. Auch die zu verbauenden Wälzlagerkäfige aus Messing oder Polyamid unterliegen mehreren Maß-, Funktions- und Werkstoffprüfungen. Im Bewusstsein der hohen Verantwortung wird somit jede einzelne Komponente des Radsatzlagers auf innere und äußere Fehler hin überprüft.

Vom langjährigen Lieferanten der Reichsbahn entwickelte sich unser Unternehmen nach der deutschen Wiedervereinigung zu einem zuverlässigen Partner der Deutschen Bahn sowie vieler Bahnunternehmen im europäischen In- und Ausland. Seit nunmehr 1996 sind wir als Q1-Lieferant der DB eingestuft und als Entwickler und Hersteller von Radsatzlagern im Besitz der herstellerbezogenen Produktqualifizierung, kurz HPQ.

Abmessungen und Toleranzen

Zylinderrollenradsatzlager werden bei KRW standardmäßig entsprechend DIN 620 und ISO 492 (Wälzlagertoleranzen) in Normaltoleranz (PN) geliefert. Alle weiteren – davon abweichenden Toleranzklassen oder Sondertoleranzen – sind bei der Bestellung anzugeben.

Wälzlagertoleranzen

Normen

Die Hauptabmessungen der Zylinderrollenlager sind in DIN 5412-11 (Wälzlager – Zylinderrollenlager - für Schienenfahrzeug-Radsatzlagerung), DIN 616 (Wälzlager - Maßpläne) und ISO 15 (Radiallager - Allgemeine Abmessungen) genormt. Die Abmessungen der Winkelringe sind nach DIN 5412-1 (Zylinderrollenlager - Winkelringe) und ISO 246 (Zylinderrollenlager - separate Druckringe) definiert.

Zylinderrollen-Radsatzlager werden speziell in DIN EN 12080 genormt. Die verwendeten Schmierfette sind konform der DIN EN 12081. Alle Radsatzlager werden auf Kundenwunsch nach DIN EN 12082 geprüft.

Lagerausführung

Zylinderrollenradsatzlager sind zerlegbare, nicht selbsthaltende Lager, die in verschiedenen Bauformen auftreten können. Dabei unterscheiden sich die Lagerausführungen durch die Anzahl und Anordnung der Borde.

Die häufigste Bauformenkombination ist WJ und WJP. Außerdem werden seltener zwei WJ-Lager kombiniert oder WJ mit WU+HJ-Winkelring.

Bauformenkombinationen für Radsatzlager - links WJ-WJP-Bauform, Mitte WJ-WU+HJ-Bauformen, rechts WJ-WJ-Bauform

WJ-Lager besitzen neben zwei festen Borde am Außenring einen festen Bord am Innenring.

WU-Lager besitzen zwei feste Borde am Außenring. Der Innenring ist bordlos. Durch die Montage von einem Winkelring (HJ) bei WU-Lagern lassen sich die Lager zu Stützlagern kombinieren.

WJP-Lager besitzen neben zwei festen Borde am Außenring eine lose Bordscheibe am Innenring.

Zylinderrollenradsatzlager können mit zylindrischer oder kegeliger Bohrung geliefert werden. Zu den kegeligen Bohrungen zählen neben den genormten Steigungen 1:12 und 1:30 auch die bei der Deutschen Reichsbahn verwendeten K4-Konen.

 

Lagerluft

Zylinderrollenradsatzlager werden bei KRW standardmäßig entsprechend DIN 620-4 und ISO 5753 (radiale Lagerlüfte) in der Standardluft (C4) ausgeliefert, sind aber auch in allen Lagerluftklassen mit eingeschränkter Luft oder Sonderluft lieferbar.

Käfig

Zylinderrollenradsatzlager sind bei KRW standardmäßig mit einem einteiligen, wälzkörpergeführten glasfaserverstärktem Fensterkäfig (Nachsetzzeichen: TVP) oder einem Messingmassivkäfig (M3) ausgestattet. Andere Käfigausführungen sind auf Nachfrage verfügbar oder werden anwendungsspezifisch ausgewählt und entsprechend am Lager gekennzeichnet.

Allgemeine Informationen zu Käfigen

 

Drehzahl

KRW unterscheidet zwischen kinematischer Grenzdrehzahl nG und thermischer Bezugsdrehzahl nth. Die kinematische Grenzdrehzahl ist ein praxisbezogener mechanischer Grenzwert und basiert auf der mechanischen Betriebsfestigkeit des Wälzlagers in Abhängigkeit seiner Einbausituation und der Schmierung. Die Grenzdrehzahl darf auch unter optimalen Betriebsbedingungen ohne vorherige Rücksprache mit KRW nicht überschritten werden.

Die thermische Bezugsdrehzahl stellt das Gleichgewicht zwischen der im Lager durch Reibung entstehenden Wärme und dem abgeleiteten Wärmestrom dar. Sie ist in der DIN ISO 15312 (Wälzlager - Thermische Bezugsdrehzahl) genormt.

Zulässige Betriebstemperaturen

Die zulässige Betriebstemperatur eines Lagers ist durch Käfigmaterial, Maßstabilität der Lagerbauteile (Laufringe und Wälzkörper) sowie den Schmierstoff begrenzt. KRW Lager sind standardmäßig bis 200°C maßstabilisiert (S1). Auf Anfrage liefert KRW ebenfalls Wälzlager für höhere Betriebstemperaturen.

Allgemeine Informationen zu Käfigwerkstoffen

Dimensionierung

Die Dimensionierung von Zylinderrollenradsatzlagern entspricht der Dimensionierung von einreihigen Zylinderrollenlagern.

 


 

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